Retro-Reise-Bericht:
SPANIEN
TEIL 1 (2006)
Der Norden
Abendland, der Jakobsweg als Rückgrat
Anfahrt (2006):
In
Frankreich machen wir einen „Coast-to-coast“: vom Mittelmeer, mit
Zypressen auf steinigen Kiesflächen, zum Atlantik, wobei es immer grüner
und üppiger blüht, aber auch gerne mal fein regnet.
Lourdes können
wir nicht auslassen. Es ist voll von Menschen, die sich in Gruppen um
Guides-mit-Regenschirm-hochhaltend versammeln, um gemeinsam die
Gnadenkapelle zu besuchen. Die wundertätige Marienquelle finden wir gar
nicht, vor lauter Gewurle. Dafür gibt es in den Straßen jede Menge
religiöser Souvenirs zum Kauf.
An
der Biskaya tangieren wir die Pyrenäen – hohe, grüne Berge, mit Hütten
aus Fachwerk. Wäre dies ein Bilderrätsel, ich würde auf das Allgäu
tippen. Und dennoch sind wir bereits in Spanien.
Ich bezahle die Maut, grüße mit „buenos dias“. Der Mann erwidert etwas wie „baa“. Das war wohl der baskische Ausdruck.
Santillana del Mar
ist ein mittelalterliches Bilderbuchstädtchen, aus Natursteinhäusern,
mit Gassen, Gemüsegärten, alten Tavernen. Ein schöner Ort, gemütlich und
alt. Könnte aber auch in Frankreich oder Deutschland sein ... Im Café
erst wird uns klar: wir sind in Spanien, wir sind wirklich da!
Die Nordküste
ist wirklich toll. Zur Rechten der Atlantik, zur Linken grüne Berge
(das Kantabrische Gebirge), dazwischen Braun-, Rot- und Weißtöne der
Strände und der Rìas.
Rìas sind Bäche, die bei Flut vom Meer ins Land fließen, und bei Ebbe wieder ab.
Immer wieder regnet es, ganz feiner Sprühregen, für ca. 3 Minuten – den man irgendwann nicht mehr merkt.
Alte Häuser auf den Klippen sehen aus wie in Hitchcock-Filmen – nach England oder Amerika.
In Noja
sind wir wohl die einzigen Fremden auf dem Campingplatz, und der ist
groß. Der Ort ist „geschlossen“, zumindest mittags. Ab eins riecht es
auf dem ganzen Platz nach gegrillten Meeresfrüchten, Familien kommen
zusammen. Nach Noja kommen Spanier zur Sommerfrische, also zum abkühlen –
und abends ist Stimmung.
Überall in der Gegend gibt es lustige T-Shirts mit Comic-Kühen – hier kommt die Milch her.
Mit „buenas dias“ liege ich übrigens voll daneben. Es heißt einfach „hola“ [ollah].
Und ein Espresso Macchiato heißt hier „Cortado“ (ca.: Abgeschnittener). Bitte nicht deutsch aussprechen, damit verstand mich keiner. Das r muss richtig rollen! [korrrrrtáddo]
Galicien
ist mit Portugal verwandt. Die Sprache klingt ähnlich, man redet nicht
so viel, leidet oder träumt gerne mal vor sich hin. Postkarten zeigen
z.B. Motive in Schwarz-Weiß, wie jemand alleine im Regen durch graue
Gassen wandert. Und doch ist man stets freundlich und aufmerksam.
Im Rasthaus dominieren 70er-Jahre Messing-und-Plastikmöbel, es sieht nach Bretagne oder Irland aus.
Die
Landstraße bringt uns über dunkles Land, wolkenverhangen. Hinter einer
Natursteinmauer ist der Friedhof, Wintergärten an verwitterten Häusern –
ich fühle mich vollends nach Irland versetzt.
Tatsächlich gelten die Galicier (Gallaeker) als keltisches Volk, sind also u.a. mit Iren, Schotten und Bretonen verwandt.
Zum
Ende der Welt ist es ein Tagesausflug. Ein „Ende der Welt“ gibt es in
Europa mehrmals, der westlichste Teil des europ. Festlandes ist
tatsächlich das Cabo da Roca in der Nähe von Lissabon. Aber am Kap Finisterre ist es auch schön.
Die
Skulptur von leeren Schuhen passt: hier ist schon einer aus den
Latschen gekippt. Sehnsuchtsvoll schauen wir auf den Atlantik hinaus.
Santiago de Compostela ist natürlich Sehnsuchtsort aller Pilger auf dem Jakobsweg.
Das
Erste das wir sehen und hören ist: ein Dudelsackspieler („Gaita“ heißt
die Sackpfeife hier). Daneben: ein Laden mit keltischem Schmuck und
Klimbim.
Woher kommt jetzt dieser Jakobsweg?
Die
ersten christlichen Reiche der Region brauchten eine
Identifikationsgestalt, und griffen auf eine alte Überlieferung zurück,
nach der der Apostel Jakobus der Ältere dort begraben wäre. Er wurde zu
ihrem Schlachthelfer (gegen die arabischen Armeen) – außerdem verband
der Weg die christlichen Reiche.
Ich -ganz persönlich- werde den
Eindruck nicht los, dass europ. Herrscher, als auch Päpste, bei der
Bedeutung etwas nachhalfen. Immerhin war hier das Ende des christlichen
Abendlandes, bedroht von der arabischen Eroberung, mit dem Rücken zum
Atlantik. Eine heilige Stätte, immerhin die drittheiligste der damaligen
Welt, wertet das Land natürlich erheblich auf.
PORTUGAL
Nebel hängt über der Autobahn und der Küste. Uhr umstellen, eine Stunde zurück!
An verwaschenen Plattenbauten vorbei fahren wir ins Zentrum von Braga und sehen uns um. Bemalte Fliesen (Azulejos) sind allgegenwärtig, alte Gemäuer bilden ein hübsches Städtchen.
Leise
und fast wortlos laufen die Leute vorbei, manch junger Mann
ausgesprochen schmuddelig. Für uns interessiert sich keiner – die den
Portugiesen eigene Lethargie beherrscht die Menschen.
Espresso: 0,50 EUR
Im Radio: eine Stunde Tekkno-Trance, ohne Ansage oder Unterbrechung.
wieder in Spanien
Die Gegend um das Puebla de Sanabria,
in der Provinz Zamora, ist bekannt für seine gute Luft. Und wirklich:
die Luft ist gut, die Berge sind schön, wir sind auf etwa 900
Höhenmetern.
Über dem Zeltplatz hängen dicke Netze, für Schatten. Abends wird es kühl, wir haben 2 Pullis übereinander an. Nachts: +3°C.
Auf der Südseite des Kantabrische Gebirges liegt wiederum eine eigene Welt:
die Meseta von ...
KASTILIEN
Abgebrannte Felder, gelbe Grasbüschel, kahle Berge, auf ihnen Windräder. Darüber weiter, blauer Himmel mit Schönwetterwolken.
León
Alte Hauptstadt des Königreichs León, das später in Kastilien aufging.
In
den Außenbezirken farblos in vielen Braun- und Gelbtönen, wie die
meisten span. Städte. 3-4 Stockwerke hoch ragen Wohnhäuser an engen
Straßen auf, werfen sich gegenseitig Schatten zu.
Hinter der
Stadtmauer, mit ein paar Türmen, ist es aufgelockerter. Alte Schilder
werben für noch ältere Läden, zwei Kathedralen sehen aus wie in
Frankreich.
Hier kann man im verwaschenen T-Shirt herumlaufen
– Ladies und Touristen werden freundlich begrüßt (auch wenn manche
Männer nach „Typ Macho“ aussehen).
Burgos
Krönungsstadt
vieler Könige, ist eleganter als León. Ältere Ladies gehen im
Sonntagskostüm zum Kaffeetrinken. Der überwiegende Teil ist gotisch,
gebaut wurde aber über die Jahrhunderte hinweg. Die Kathedrale
beherbergt so ziemlich alle europ. Stile, als auch ein Bild ("Maria Magdalena") eines Schülers Leonardo da Vincis.
Einer
der Baumeister war übrigens Hans aus Köln. Das Bauwerk sollte den
Machtanspruch Kastiliens unterstreichen. Der spanische Nationalheld „El
Cid“ liegt in seinem Grabmal in der Vierung.
Jaca, Provinz Aragon
Das Kloster San Juan de la Peña ist ein Kleinod. Idyllisch an der Südseite der Pyrenäen gelegen – ein kurvenreicher, langer Bergpass bringt einen dorthin.
Im 8. Jh. zogen sich Einsiedler hierher zurück, auf der Flucht vor arabischen Eroberern.
Ab
dem 11. Jh. wurde unter einem Felsen Kloster gebaut. Der romanische
Säulengang wurde aufwendig gestaltet, jede Säule anders, man schaut von
hier über den schönen Bergwald. Im 16. Jh. brannte das Kloster ab, man
ließ die Reste zurück. Der überhängende Fels dient heute als Dach. In
der Gruft wurden aragonsesische Könige beigesetzt.
Und wer den
Heiligen Gral in der Roslyn Chapel (Schottland) nicht finden konnte:
auch hierher gibt es eine heiße Spur (!). (Er wurde eine zeitlang hier
verwahrt, heute ist er in Valencia zu finden, in der dortigen
Kathedrale. Anm.d.Verf.)
„Unten“
ist wieder Halbwüste, die Autobahn bringt uns nach Osten. Mitten in der
„Wüste“ kommt die „Grenze“: Eine riesige Fahne mit rot-gelben Streifen
flattert im Wind. Ab hier sind wir in Katalonien / Catalunya.
Über Barcelona
wird ja viel geschrieben und erzählt. Partyhochburg, beliebtes Ziel für
Städtereisen, architektonische Sehenswürdigkeiten, und vieles mehr. La
Catedral ist einen Besuch wert, Antoni Gaudi hat sehr kreative
Hausfassaden geschaffen, und mit der Basilika Sagrada Familia (ab 1882)
eine der größten Kirchenbaustellen unserer Zeit. Der Montjuic zeigt
Beispiele moderner Architektur. Auf den Einkaufsstraßen laufen gut
gekleidete Leute und kaufen ein. Barcelona ist elegant, das zeigt man
gerne. Männer des „Typ Macho“ tragen z.B. Einkaufstüten der Ladies beim
Edel-Shopping.
Unser
Highlight ist das Nationalmuseum, auf dem ehem. Gelände der
Weltausstallung von 1929. Mit der Rolltreppe fährt man den Hügel hoch,
zum Eingang.
Gezeigt werden Exponate von der Romanik bis zum
Klassizismus. In der Abt. „Romanik“ wurden Innenräume von kleinen
Dorfkirchen der Pyrenäen nachgebaut. Restauratoren „zogen“ um 1900 alte
Gemälde auf Tuch, und gaben sie im Museum originalgetreu wieder, auf
gleichformige Wände. So hat man auf einem Fleck ein Panoptikum an
frühmittelalterlichen Malereien. Einschlägige Schemen gab es nicht
wirklich, in jeder Kirche wurden die „üblichen Themen“ interpretiert. Es
ist diese Vielfalt und Freiheit, die uns fasziniert, die Mischung aus
Antike, Volksmythen und neuer Zeit.
Zum Vergleich: „nebenan“, in
der Abteilung Gotik, beginnt es mit knieender Anbetung, dargestellten
Würdenträgern, die das Jesuskind verehren, dem Höllenschlund, und all
dem, das uns zum Mittelalter einfällt - stilistisch schon wesentlich
einheitlicher.
Berichte über moderne Architektur, die besten
Bars und Tipps zum Nachtleben überlasse ich Anderen, die das besser
können. Dieser Teil endet am Strand des Mittelmeers, einem schönen
Strand mit vielen Muscheln, Lagerfeuern und Musik von Leuten aus aller
Welt.
Teil 2 beginnt hier auch.
Hier gibt es Reiseberichte, Prosa-Schnipsel und Nachberichte aus dem kulturellen Leben. Ich möchte Eindrücke und Inspirationen aus anderen Ländern vermitteln und Gedanken anregen. Austausch ist willkommen! Retro-Reiseberichte von Fahrten, die bemerkenswert waren und teilweise nicht mehr möglich sind (z.B. Osteuropa 1990er), runden den Blog ab. The Imagery on this Blog are not for free use. You have to ask me, if you want to use them. ALL RIGHTS RESERVED © Robert Königshausen
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Samstag, 9. Mai 2015
Samstag, 27. September 2014
Reisebericht Frankreich: BURGUND
Reisebericht Frankreich: "Burgund" / Bourgogne
inklusive: Mont Blanc
Metz
Ein Reisebericht über Frankreich war schon lange überfällig. Etwa 10 schöne Urlaube wären eine Erwähnung wert – doch nie hatte ich einen Aufhänger gefunden. Zu normal, reibungslos, nur freundliche Menschen – was kann man daraus machen?
Heute probiere ich, das in „einer Art Schnitzeljagd“ aufzuziehen.
Die Route:
Anfahrt durch die Schweiz
Rüber zum Mont Blanc
Zum Zelten ins „Zielgebiet“ (Burgund)
Abflug über Lothringen
„Stopover“ in der Schweiz
Wer hat hier wen zu was inspiriert? Stichwort: Literatur
Liechtenstein liegt links der Autobahn, jenseits des Rheins. Dunkle Berge ragen hoch auf, das Gebiet dahinter wirkt abgeschieden, geheimnisvoll. Wolken ziehen darüber, hängen fest, Burgen blicken trutzig herab.
Strommasten hängen im 45°-Winkel über einem Abhang, müssen gut im Berg verankert sein.
Das Hotel Stern und Post in Amsteg besteht seit dem 16. Jh., beherbergte Fuhrleute, auf Rast vor dem Gotthardpass. Alte Möbel bilden Teile der Einrichtung, es riecht nach Kultur und Inspiration.
Wir essen im Hotel-Restaurant. Das Essen schmeckt nach Essen, unheimlich gut, 2 Vorspeisen sind dabei. Wir sind tiefenentspannt, schon am ersten Tag.
Wohlige Gemütlichkeit im Kanton Uri, mitten in regnerisch kühler, teils düsterer Bergwelt.
Ähnlich muss es 1816 gewesen sein, als Lord Byron in seinem Schweiz-Urlaub „Der Vampyr“ geschrieben hat (Vorgänger zu Dracula, aufgezeichnet von Polidori), und Mary Shelley den „Frankenstein“.
Der Tourismus-Prospekt wirbt mit Thomas Mann, Rilke, Goethe und Nietzsche, die in der Schweiz waren und von ihr inspiriert wurden.
Am nächsten Morgen fahren wir weiter durch die Berge, den Furkapass hinauf. In Serpentinen den Berg hoch, rein in die Wolke, die Temperatur fällt. Auf 2.400m bleiben 1,5°C (Ende August), das alte Grand-Hotel steht leer. Es fängt an zu schneien. Der erste Schnee des Jahres! (juhu & 200 Punkte)
Es geht abwärts, die Wolke ist noch nicht über den Berg gekrochen, wir sehen die Berge, halten inne vor Überwältigung.
Hinter dem Hotel Belvedere geht es zum Rhonegletscher (7,- CHF p.P.). Ein Gang führt in den Gletscher, in ganz altes Eis.
Danach runter, in Serpentinen, ins Goms-Tal. Die Temperatur steigt auf 24°C.
Mit an Bord: 2 Weingläser (ja, aus Glas). Ob das gutgeht?
Chamonix Mont-Blanc
Wo ist die Luft hin?
In 2 Etappen bringt uns die Seilbahn hoch, über die Baumgrenze, in den ewigen Schnee, auf 3.800 Meter. Auf den Gipfel des Aiguille du Midi – der Mont Blanc ist 2 Gipfel weiter, und nochmal 1.000m höher.
Wir laufen treppauf, treppab, ich bin aus der Puste und es wird nicht besser. Die Luft ist spürbar dünner hier oben.
Der Ausblick auf die majestätische Ruhe und Kühle des Bossons-Gletschers fasziniert uns.
BURGUND
Land der Weine und des Käses – und der Schnecken.
Viele Kirchen und Klöster aus der Zeit der Romanik = Früh -bis Hochmittelalter.
(Nix Pest, nix Inquisition, nix Hexenverbrennung – das kam alles erst später)
Camping:
Chateau d‘Eperviere, in der Gegend von Tournus.

An unserem Zelt klebt: eine Schnecke.
Auf der Pizza des Take-Away der Schlossküche liegen: Schnecken.
und
Les Cerissels, bei Auxerre
von dort Ausflüge, nicht chronologisch:
In „einer Art Schnitzeljagd“ versuche ich, die vielen Sehenswürdigkeiten interessant und kurzweilig zu schildern. Richtig gelesen: ich versuche es ...
Wo ist denn die größte aller Kirchen hin? Wer hat sie gesehen?
Cluny
Das-Kloster-der-Klöster (9,50 EUR p.P.)
Im 11. Jh. stand hier die größte Kirche der Christenheit. Von ihr blieb erstaunlich wenig übrig.
Durch Unabhängigkeit vom franz. König, also ohne politische Einmischung, und einem streng religiösen Kurs (streckenweise bis hin zu militanten Katholizismus), hatten die Mönche weitreichenden Einfluss auf die mittelalterliche Klosterwelt (Cluny hatte ca. 1.500 Niederlassungen in ganz Europa).
Religionskriege setzten ihm zu, die Revolution gab ihm den Rest. Der größte Teil der Anlage ist heute barock, die Kirche eine Ruine.
Der Gärtner fragt, aus welcher Region wir sind. Wir fassen es als Ritterschlag auf. Er ist völlig überrascht, dass wir keine Franzosen sind.
Als Gärtner hat er aber auch ein Interesse daran, dass Gras über die alte Kirche wächst. Wartet er auf Kontaktleute, für die er uns hielt? Wir zählen ihn zu den Verdächtigen, einfach weil er ein Gärtner ist (das lernt man aus alten Krimis).
Wo gibt es noch Qualität? Gibt es Spuren davon?
im Ort Cluny
Qualität wird in Frankreich (und der Schweiz) noch geschätzt.
Ein kleiner Laden verkauft n-u-r schöne Bücher. In der Patisserie gibt es schön gemachte Leckereien, und hausgemachte Schokolade (61,- €/kg).
Vor unserem Zelt:
Wein: fruchtiger Pinot Noir.
Käse: Cremaux de Bourgogne: zerläuft von selbst, Weichkäse, ist irgendwas zwischen Butter und Käse.
Unsere Gläser kommen zum Einsatz (20 Punkte)
Wo ist der Abt von Cluny hin?
CHAPELLE-DES-MOINES, Berze-la-Ville
Wer kommt denn hierher?
Der Abt von Cluny zog sich, nach dem Tagesgeschäft, hierher zurück - zur Ruhe. Und Ruhe hat man hier wirklich. Sie liegt abgeschieden, in sanften Hügeln, kaum Touristen.
3 EUR p.P. Sehenswert wegen seiner Wandmalereien aus romanischer Zeit.
Fotografieren verboten. Ein paar Bilder gibt es hier:
http://www.sitesclunisiens.org/article.php?sid=111
Hatte Cluny irgendwelche Konkurrenten? Ist Ihnen irgendwer aufgefallen?
Abtei FONTENAY
(von „auf den Quellen“), bei Montbard. Ist was zum totknipsen (10,- EUR p.P.)
Nach dem ganzen Prunk von Cluny kam es zu einer Gegenbewegung von Mönchen, die in Armut und Einsamkeit leben wollten (nach den Regeln des Hl. Benedikt). 1098 gründeten sie das Kloster Citeaux, danach benannten sie ihren Orden („Zisterzienser“). Die Anlage besticht durch ihre Schlichtheit.
Kurze Geschichte des Klosters:
Gründung 1118, Blüte bis ins 15. Jh., wo 200 Mönche selbstversorgend lebten und ihren Abt direkt wählten.
Danach griff der König in die Wahl des Abtes ein, es ging bergab.
1790 Auflösung des Klosters (franz. Revolution!), ein Nachfahre des Erfinders des Heißluftballons (Montgolfier) kaufte das Gelände und machte daraus eine Papierfabrik.
1906 von einem Banker aus Lyon gekauft und saniert. Heute UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Kirche zog mich gleich bei Betreten in ihren Bann, mit ihrer Würde, ihrem Alter, ihrer Schlichtheit, ihrer majestätischen Erhabenheit.
Danke Fontenay für diese Sehenswürdigkeit - ich war Ticket N-443021.
Wo ist Maria Magdalena abgeblieben?
Wer kommt dorthin, und wer ist schon da?
VEZELAY
Vezelay war ein beliebter Pilgerort auf dem Jakobsweg. Von ehemals 2000 Einwohnern sind heute etwa 500 geblieben.
Im Jahr 887 kamen die Normannen, zum plündern, und um alles kurz und klein zu hauen.
Heute kommen Touristen, großteils Ü-50, deutsch (weit vor Holländern und Engländern) und in Gruppen. Wir fallen also auf.
Anziehungspunkt ist die Basilika Sainte-Marie-Madelaine, begonnen 1120. In der Krypta wird eine Relique von Maria Magdalena aufbewahrt.
Auf den Kapitellen der Säulen warten mittelalterliche Monster auf einen, in reichhaltiger Auswahl. Totknipsen ist angesagt.
Der Eintritt ist frei, dafür kostet parken etwas mehr. (1h = 2 €, ganzer Tag = 4 €).
Der Weg von und zur Abtei führt durch die alte Hauptstaße, vorbei an -na?- Souvenirläden, Cafés und Restaurants.
Bei Jean-Claude Gadreau kaufe ich 4 seiner Fotografien. Er freut sich, dass wir uns Zeit nehmen, zum plauschen und kaufen. Dafür (?) signiert er mir seine Werke (die ich jetzt teuer weiterverkaufen kann, hehe).
Sennecy-le-Grand
Warum blinkt hier alles? Hat das irgendeine Bedeutung?
An der Bäckerei: Mühle mit 4 Flügeln, rot, jeder Flügel leuchtet einzeln, reihum, dann alle 4 zusammen, alle aus, alle ein, ...
An der Apotheke: grünes Kreuz, voll illuminiert, dehnt sich von innen heraus, geht nach innen zurück
Die ganze Straße entlang sieht man Schilder blinken
Aber klar: alle Häuser sehen gleich aus, braun und teils sanierungsbedürftig ziehen sie sich die Durchgangsstraße entlang. Nicht überall wo Bäckerei draufsteht, ist auch eine drin (die Schrift kann alt sein).
Wo es blinkt, ist ein Geschäft, das gerade geöffnet hat.
Wie kommt die Artus-Sage nach Burgund?
AVALLON
Die Indizien häufen sich, dass dieses Städtchen in Burgund der Entstehungsort der Artus-Legende ist.
Die Namensähnlichkeit zu Avalon kommt nicht von ungefähr. Historiker sehen das so:
Ein spätantiker Historiker, Jordanes, berichtet 551 von einem römischen Heerführer Flavius Aetius, der energisch gegen alle möglichen Angreifer auf Gallien kämpft. Gegen einen Angriff der Goten bekam er Unterstützung von einem „Riotharmus“ (= Heerführer), und dessen Streitmacht der „Brettonnen“. Leider bleibt der „Riotharmus“ im Dunkel der Geschichte. Historiker vermuten Avallon als Sterbeort von Flavius Aetius.
Mit den „Brettonnen“ verbreitete sich wohl die Legende vom tapferen Hauptmann, und seinem Sterbeort Avallon.
Interessant: die Bretonen sind mit Kelten aus England verwandt. Die Bretonen beanspruchen die Artuslegende für sich, und führen auch Orte in der Bretagne dazu auf.
Über sie muss die Sage nach England gekommen sein und von dort in die ganze Welt.
Man vergleiche die Umstände:
Burgund: in der Endphase des Römischen Imperiums kämpfen gallo-römische Verbände gegen eindringende Germanen.
England: nach Abzug der Römer kämpfen keltische Truppen gegen eindringende Germanenstämme (Angeln, Sachsen und Jüten)
In Avallon gab es ein Buch zum Thema (leider nur auf französisch).
Gab es hier früher schon irgendwelche Menschen? Ab in die Höhle!
Grottes d‘Arcy (bei Arcy-sur-Cure)
Große Tropfsteinhöhle, inkl. Malereien von Steinzeitmenschen. (8 EUR p.P., fotografieren verboten)
- Großer Stalagtit: hängt von oben herab, Unterbau: wurde weggespült. Jetzt wird er nur noch von oben gehalten
- See, ca. 8m lang: besteht nur aus den Tropfen, die die Stalagtiten herab laufen/tropfen
(fotografieren verboten)
Tiere, Tiere, Tiere – Geräusche auf dem Zeltplatz:
- Krähenherde kreist abends (laut) über den Platz
- Hunde kläffen nachts (die ganze Nacht), entfernt, irgendwann hat man sie geortet, kläffen und jaulen (sich zu?), als ob sie sich zu einem Rudel zusammenschließen wollten ...
- Hähne: übernehmen die Frühschicht, lösen die Hunde ab
- Käuze: machen die ganze Nacht durch „uhuuuhuuuh“
- Das Geräusch von gerupftem Gras, verursacht von einer weißen Kuh (gleich neben dem Zeltplatz)
- Igel, raschelt durch die Büsche, man hört seine Schritte / ihn tapsen / und rascheln
Mehr Tiere gefällig?
Nachtfalter (im Auto, in der Dusche, ...)
Weinbergschnecken - kriechen ins Zelt.
Ab 21 Uhr schauen wir „Fledermaus-TV“: die Tierchen sind emsig am flattern, extrem wendig und lautlos; sausen über freie Rasenflächen und über unsere Köpfe.
On the road:
Hotel / Restaurant „Le Sauvage“ (zum Wilden). Wie es da wohl zugeht?
Bar / Brasserie „Le Speed ce cool“
Lux ist die Partnerstadt von „Wolken“ (DE) = Licht & Wolken?
Und immer diese Weinfelder ...
CRAVANT
Hier halfen die Schotten 1423 Frankreich zu verteidigen.
In der „Auld Alliance“ waren beide verbündet - gegen England. Und die Engländer waren daran, mit Hilfe ihrer Langbögen, die franz. Truppen zu besiegen (die Pfeile der Langbögen durchschlugen Ritterrüstungen), Frankreich zu erobern und sich einzuverleiben.
Und weiter geht‘s mit der Kirchen- und Kloster-Geschichts-Schnitzeljagd:
Gibt es mehr eigenartige Gebäude aus der Frühzeit der Romanik?
TOURNUS
St. Philibert ist einer der bedeutendsten frühromanischen Kirchen. (Wer durch den Ort fährt, kann sie nicht übersehen). Vorhalle (um 950) mit Resten der alten Bemalung. Hinter dem Altar: ein altes Mosaik. Darunter: Krypta, ebnfalls mit Resten einer Bemalung.
Zum 2. Mal in Europa (nach Cluny) gelangen hier Tonnengewölbe und Doppelturmfassade.
Wo gibt‘s den meisten Käse?
DIJON
In der Kirche St Benignin: große Krypta (57m lang), mit Rotunde, von der von oben Licht kommt (ungewöhnlich für Krypta). Skurile Kapitelle auf den Säulen, Mosaikboden um Grablege des Hl. Benignin.
In der Innenstadt: Bourgogne-Fahnen über allen Gassen, viele Geschäfte. Leckere (?)Sachen zum Kauf: Käse, Gemüse, Innereien, Käse, Fisch, Käse, noch mehr Käse.
Zugegeben: die Frage nach „dem meisten Käse“ können wir nicht lösen. (null Punkte)
Markthalle: von Gustave Eiffel entworfen.
Die größte Krypta, die ihr je gesehen habt?
AUXERRE
neues Leben in alten Häusern. Nette, kleine Läden in den Gassen, schön zum flanieren.
Kathedrale: Reste der Bemalung blieben erhalten
Abbaye St Germain
In einem Strand-Liegestuhl im Kreuzgang warten wir auf unsere Führung durch die Krypta.
Kirche und Museum sind gratis, viele Stücke aus gallo-römischer Zeit.
Krypta: die größte, die ich je gesehen hatte.
Anfänge im 5. Jh., 4 Säulen aus gallo-römischer Zeit, mit karolingischen Kapitellen und Eichenplanken darauf. Darüber Gewölbetonnen aus dem 9. Jh. Enthält das Grab des Hl. Germain & seiner Brüder. Im 9. Jh. bunt ausgemalt, später mit gemalten Textstellen erweitert, in gotischer Zeit mit neuer Rotunde abgeschlossen (auch um die Kathedrale darüber tragen zu können).
Nur im Rahmen einer Führung zu sehen, fotografieren verboten.
Gibt‘s nix Anderes?
Fahrt nach PARAY-LE-MONIAL, bei Regen:
Die 2-spurige Landstraße (110 km/h) führt bergab, gibt einen Blick auf Montchanin frei: gelbe Lichter auf einem Mast signalisieren die Lage der ehem. Bergbaustadt.
Montceau-Les-Mines: Kohlekraftwerk & Arbeiterhäuser, der Ort zeugt von der industriellen Vergangenheit (Bergbau) Burgunds. Der Fußballverein (4. Liga) besiegte 2007 zwei Erst-Liga-Vereine.
Gibt es eine Sicherheitskopie von Cluny?
Paray-Le-Monial
ein weiterer Pilgerort auf dem Jakobsweg. Die romanische Basilika Sacre Coeur (ab 1090) ist außen im Originalzustand. Man hält sie für eine Kopie von -na?- Cluny. Deshalb beziehen sich die Rekonstruktionen von Cluny auf diesen Bau.
Für uns interessant: hier -und in Auxerre (St. Germain)- steht der Turm / die Turmfront vom Kirchenschiff entfernt (römische Traditon in Gallien?), während Türme bei uns fest zum gesamten Bau gehören.
Im Ort stehen noch viel mehr Kirchen und nette Plätze, doch im Dauerregen wirkt das 70er Jahre Pub sehr einladend. Wir trinken Kaffee bei netten Menschen.
Ausklang:
LORRAINE (Lothringen)
Auf der Autobahn ist dichter Verkehr. Lothringen hat Industrie, und man kommt von hier in die Nachbarländer.
Wo sind all die Monster hin? Und wo ist die Fledermaus?
METZ
Wir bleiben noch in unserer französischen Lieblingsstadt. Die Stadt ist überwiegend gelb - aus gelbem Sandstein gebaut, meist mit glatten Fassaden (in Frankreich baut man sonst viel aus Naturstein)
Leute laufen elegant herum, ab 20-21 Uhr strömen junge Leute mit Autos in die Stadt und stürzen sich ins Nachtleben.
Im „Namur“: einer Traditionskonditorei (seit 1863), mit vielen sehr schönen Sachen. Kaffee & kleine Mahlzeiten.Der Kaffee kommt mit einem selbstgebackenem Keks, der das „N“-Emblem des Ladens trägt.
Was gibt es noch?
Den "Marche Couvert" (Markthalle): in U-Form: schöne Sachen zum essen
Musée Cour d‘Or (4,60 EUR p.P.): Archäologische Sammlung, von gallorömisch bis zur Renaissance & Gemälde. Höhepunkt ist das „Bestiarium“, eine Sammlung mittelalterlicher Monster und Fabelwesen, auf Holzplanken einer alten Decke gemalt.
Comicladen (BD Hisler), gegenüber der Kathedrale: großer Comicladen, für Mangas, Abenteuer oder grafisch hochwertige Bände. Frankreich ist Comic-Nation Nr 1 (neben Japan), heißt hier aber „Bande Dessinee“ (in etwa: gezeichnete Streifen). Auch in diesen Bänden tummeln sich jede Menge Monster ...
Kathedrale St Etienne, ab 1220, ist Anziehungspunkt und Highlight. Genannt „Laterne Gottes“, da sie die größte Fläche an bunten Glasfenstern hat. Zum Bau blieb nur ein schmaler Platz vor einer Bodenschwelle, deshalb ist sie eher schmal für ihre Höhe (die dritthöchste gotische Kath.), was tolle Lichteffekte auf die Wände bringt. Eintritt frei.
Abends: eine Fledermaus kreist vor der Kathedrale (!), direkt über Parkplatz und Straße, mit Nachtleben-Verkehr. Wir haben sie gefunden! (100 Punkte)
Wir haben alle Aufgaben zu unserer Zufriedenheit gelöst, viel gelernt und uns sehr wohl gefühlt.
In einem Riesen-Supermarkt bunkern wir schöne Sachen für den Winter (528 Punkte).
Auto: voll. Geldbeutel: leer. Dreckwäsche-Sack: voll. Rucksack: leer. Es ist Zeit heimzufahren.
Zusatzpunkte?
Unsere Weingläser haben die Tour unbeschadet überstanden (!).
1000 Punkte extra.
.......................
Für Selbermacher:
Frankreich ist Land der Autofahrer, Camper, und der Comics. Also keine Sorge.
Innerorts: 50 km/h
Landstraße: 90 km/h
Autobahn: 130 km/h. Viele Strecken sind gebührenpflichtig = Ticket ziehen, bei Ausfahrt bezahlen. Oder: einen Fixbetrag zahlen.
Als Barzahler: IMMER eine Spur ansteuern, auf die ein grüner Pfeil zeigt! (Meist in der Mitte). Dort mittlerweile überwiegend Automaten.
Zelten: Plätze gibt es überall. Keine andere Nation bemüht sich so sehr um Camper. Liegt auch daran, dass Franzosen gerne im eigenen Land zelten. Daraus folgen: moderate Preise. 2 Personen, Auto, Zelt = ca. 15 - 20 EUR / Nacht.
Nützliche Accessoires beim Zelten:
Gaskocher und Besteck etc., zum selberkochen
Spülwanne (mangels Stöpsel am Waschbecken)
Plane für unters Zelt. Gibt‘s bei den Outdoor-Ausstattern (wir nehmen alte Duschvorhänge)
Einkaufen: überall Riesen-Supermärkte mit großem Parkplatz, Toilette, Kaffee-Bar - und meist einer günstigen Tankstelle, die zum Konzern gehört (überwiegend nur noch per Kreditkarte an der Säule).
Hotels: viele Billig-Hotels, meist am Rand der Städte (DZ 30-50 EUR), dort auch franz. Familien-Restaurant-Ketten. Man kann gar nicht verloren gehen.
Sprachlich: kleine Basics lernen. V.a. auch, dass man kein französisch kann. Junge Leute schlagen einem gleich englisch vor - wer es kann sowieso. (viele Ältere können wirklich nichts Anderes als französisch ...).
Ich selbst kann auch nicht mehr, und bin noch immer durchgekommen.
(Allerdings kann die Frau halbwegs französisch, hehe).
inklusive: Mont Blanc
Metz
Ein Reisebericht über Frankreich war schon lange überfällig. Etwa 10 schöne Urlaube wären eine Erwähnung wert – doch nie hatte ich einen Aufhänger gefunden. Zu normal, reibungslos, nur freundliche Menschen – was kann man daraus machen?
Heute probiere ich, das in „einer Art Schnitzeljagd“ aufzuziehen.
Die Route:
Anfahrt durch die Schweiz
Rüber zum Mont Blanc
Zum Zelten ins „Zielgebiet“ (Burgund)
Abflug über Lothringen
„Stopover“ in der Schweiz
Wer hat hier wen zu was inspiriert? Stichwort: Literatur
Liechtenstein liegt links der Autobahn, jenseits des Rheins. Dunkle Berge ragen hoch auf, das Gebiet dahinter wirkt abgeschieden, geheimnisvoll. Wolken ziehen darüber, hängen fest, Burgen blicken trutzig herab.
Strommasten hängen im 45°-Winkel über einem Abhang, müssen gut im Berg verankert sein.
Das Hotel Stern und Post in Amsteg besteht seit dem 16. Jh., beherbergte Fuhrleute, auf Rast vor dem Gotthardpass. Alte Möbel bilden Teile der Einrichtung, es riecht nach Kultur und Inspiration.
Wir essen im Hotel-Restaurant. Das Essen schmeckt nach Essen, unheimlich gut, 2 Vorspeisen sind dabei. Wir sind tiefenentspannt, schon am ersten Tag.
Wohlige Gemütlichkeit im Kanton Uri, mitten in regnerisch kühler, teils düsterer Bergwelt.
Ähnlich muss es 1816 gewesen sein, als Lord Byron in seinem Schweiz-Urlaub „Der Vampyr“ geschrieben hat (Vorgänger zu Dracula, aufgezeichnet von Polidori), und Mary Shelley den „Frankenstein“.
Der Tourismus-Prospekt wirbt mit Thomas Mann, Rilke, Goethe und Nietzsche, die in der Schweiz waren und von ihr inspiriert wurden.
Am nächsten Morgen fahren wir weiter durch die Berge, den Furkapass hinauf. In Serpentinen den Berg hoch, rein in die Wolke, die Temperatur fällt. Auf 2.400m bleiben 1,5°C (Ende August), das alte Grand-Hotel steht leer. Es fängt an zu schneien. Der erste Schnee des Jahres! (juhu & 200 Punkte)
Es geht abwärts, die Wolke ist noch nicht über den Berg gekrochen, wir sehen die Berge, halten inne vor Überwältigung.
Hinter dem Hotel Belvedere geht es zum Rhonegletscher (7,- CHF p.P.). Ein Gang führt in den Gletscher, in ganz altes Eis.
Danach runter, in Serpentinen, ins Goms-Tal. Die Temperatur steigt auf 24°C.
Mit an Bord: 2 Weingläser (ja, aus Glas). Ob das gutgeht?
Chamonix Mont-Blanc
Wo ist die Luft hin?
In 2 Etappen bringt uns die Seilbahn hoch, über die Baumgrenze, in den ewigen Schnee, auf 3.800 Meter. Auf den Gipfel des Aiguille du Midi – der Mont Blanc ist 2 Gipfel weiter, und nochmal 1.000m höher.
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| "Wandergruppe" |
Wir laufen treppauf, treppab, ich bin aus der Puste und es wird nicht besser. Die Luft ist spürbar dünner hier oben.
Der Ausblick auf die majestätische Ruhe und Kühle des Bossons-Gletschers fasziniert uns.
BURGUND
Land der Weine und des Käses – und der Schnecken.
Viele Kirchen und Klöster aus der Zeit der Romanik = Früh -bis Hochmittelalter.
(Nix Pest, nix Inquisition, nix Hexenverbrennung – das kam alles erst später)
Camping:
Chateau d‘Eperviere, in der Gegend von Tournus.

An unserem Zelt klebt: eine Schnecke.
Auf der Pizza des Take-Away der Schlossküche liegen: Schnecken.
und
Les Cerissels, bei Auxerre
von dort Ausflüge, nicht chronologisch:
In „einer Art Schnitzeljagd“ versuche ich, die vielen Sehenswürdigkeiten interessant und kurzweilig zu schildern. Richtig gelesen: ich versuche es ...
Wo ist denn die größte aller Kirchen hin? Wer hat sie gesehen?
Cluny
Das-Kloster-der-Klöster (9,50 EUR p.P.)
Im 11. Jh. stand hier die größte Kirche der Christenheit. Von ihr blieb erstaunlich wenig übrig.
Durch Unabhängigkeit vom franz. König, also ohne politische Einmischung, und einem streng religiösen Kurs (streckenweise bis hin zu militanten Katholizismus), hatten die Mönche weitreichenden Einfluss auf die mittelalterliche Klosterwelt (Cluny hatte ca. 1.500 Niederlassungen in ganz Europa).
Religionskriege setzten ihm zu, die Revolution gab ihm den Rest. Der größte Teil der Anlage ist heute barock, die Kirche eine Ruine.
Der Gärtner fragt, aus welcher Region wir sind. Wir fassen es als Ritterschlag auf. Er ist völlig überrascht, dass wir keine Franzosen sind.
Als Gärtner hat er aber auch ein Interesse daran, dass Gras über die alte Kirche wächst. Wartet er auf Kontaktleute, für die er uns hielt? Wir zählen ihn zu den Verdächtigen, einfach weil er ein Gärtner ist (das lernt man aus alten Krimis).
Wo gibt es noch Qualität? Gibt es Spuren davon?
im Ort Cluny
Qualität wird in Frankreich (und der Schweiz) noch geschätzt.
Ein kleiner Laden verkauft n-u-r schöne Bücher. In der Patisserie gibt es schön gemachte Leckereien, und hausgemachte Schokolade (61,- €/kg).
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| Pizzeria "Werwolf" |
Vor unserem Zelt:
Wein: fruchtiger Pinot Noir.
Käse: Cremaux de Bourgogne: zerläuft von selbst, Weichkäse, ist irgendwas zwischen Butter und Käse.
Unsere Gläser kommen zum Einsatz (20 Punkte)
Wo ist der Abt von Cluny hin?
CHAPELLE-DES-MOINES, Berze-la-Ville
Wer kommt denn hierher?
Der Abt von Cluny zog sich, nach dem Tagesgeschäft, hierher zurück - zur Ruhe. Und Ruhe hat man hier wirklich. Sie liegt abgeschieden, in sanften Hügeln, kaum Touristen.
3 EUR p.P. Sehenswert wegen seiner Wandmalereien aus romanischer Zeit.
Fotografieren verboten. Ein paar Bilder gibt es hier:
http://www.sitesclunisiens.org/article.php?sid=111
Hatte Cluny irgendwelche Konkurrenten? Ist Ihnen irgendwer aufgefallen?
Abtei FONTENAY
(von „auf den Quellen“), bei Montbard. Ist was zum totknipsen (10,- EUR p.P.)
Nach dem ganzen Prunk von Cluny kam es zu einer Gegenbewegung von Mönchen, die in Armut und Einsamkeit leben wollten (nach den Regeln des Hl. Benedikt). 1098 gründeten sie das Kloster Citeaux, danach benannten sie ihren Orden („Zisterzienser“). Die Anlage besticht durch ihre Schlichtheit.
Kurze Geschichte des Klosters:
Gründung 1118, Blüte bis ins 15. Jh., wo 200 Mönche selbstversorgend lebten und ihren Abt direkt wählten.
Danach griff der König in die Wahl des Abtes ein, es ging bergab.
1790 Auflösung des Klosters (franz. Revolution!), ein Nachfahre des Erfinders des Heißluftballons (Montgolfier) kaufte das Gelände und machte daraus eine Papierfabrik.
1906 von einem Banker aus Lyon gekauft und saniert. Heute UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Kirche zog mich gleich bei Betreten in ihren Bann, mit ihrer Würde, ihrem Alter, ihrer Schlichtheit, ihrer majestätischen Erhabenheit.
Danke Fontenay für diese Sehenswürdigkeit - ich war Ticket N-443021.
Wo ist Maria Magdalena abgeblieben?
Wer kommt dorthin, und wer ist schon da?
VEZELAY
Vezelay war ein beliebter Pilgerort auf dem Jakobsweg. Von ehemals 2000 Einwohnern sind heute etwa 500 geblieben.
Im Jahr 887 kamen die Normannen, zum plündern, und um alles kurz und klein zu hauen.
Heute kommen Touristen, großteils Ü-50, deutsch (weit vor Holländern und Engländern) und in Gruppen. Wir fallen also auf.
Anziehungspunkt ist die Basilika Sainte-Marie-Madelaine, begonnen 1120. In der Krypta wird eine Relique von Maria Magdalena aufbewahrt.
Auf den Kapitellen der Säulen warten mittelalterliche Monster auf einen, in reichhaltiger Auswahl. Totknipsen ist angesagt.
Der Eintritt ist frei, dafür kostet parken etwas mehr. (1h = 2 €, ganzer Tag = 4 €).
Der Weg von und zur Abtei führt durch die alte Hauptstaße, vorbei an -na?- Souvenirläden, Cafés und Restaurants.
Bei Jean-Claude Gadreau kaufe ich 4 seiner Fotografien. Er freut sich, dass wir uns Zeit nehmen, zum plauschen und kaufen. Dafür (?) signiert er mir seine Werke (die ich jetzt teuer weiterverkaufen kann, hehe).
Sennecy-le-Grand
Warum blinkt hier alles? Hat das irgendeine Bedeutung?
An der Bäckerei: Mühle mit 4 Flügeln, rot, jeder Flügel leuchtet einzeln, reihum, dann alle 4 zusammen, alle aus, alle ein, ...
An der Apotheke: grünes Kreuz, voll illuminiert, dehnt sich von innen heraus, geht nach innen zurück
Die ganze Straße entlang sieht man Schilder blinken
Aber klar: alle Häuser sehen gleich aus, braun und teils sanierungsbedürftig ziehen sie sich die Durchgangsstraße entlang. Nicht überall wo Bäckerei draufsteht, ist auch eine drin (die Schrift kann alt sein).
Wo es blinkt, ist ein Geschäft, das gerade geöffnet hat.
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| Und Lärm machen kann man auch |
Wie kommt die Artus-Sage nach Burgund?
AVALLON
Die Indizien häufen sich, dass dieses Städtchen in Burgund der Entstehungsort der Artus-Legende ist.
Die Namensähnlichkeit zu Avalon kommt nicht von ungefähr. Historiker sehen das so:
Ein spätantiker Historiker, Jordanes, berichtet 551 von einem römischen Heerführer Flavius Aetius, der energisch gegen alle möglichen Angreifer auf Gallien kämpft. Gegen einen Angriff der Goten bekam er Unterstützung von einem „Riotharmus“ (= Heerführer), und dessen Streitmacht der „Brettonnen“. Leider bleibt der „Riotharmus“ im Dunkel der Geschichte. Historiker vermuten Avallon als Sterbeort von Flavius Aetius.
Mit den „Brettonnen“ verbreitete sich wohl die Legende vom tapferen Hauptmann, und seinem Sterbeort Avallon.
Interessant: die Bretonen sind mit Kelten aus England verwandt. Die Bretonen beanspruchen die Artuslegende für sich, und führen auch Orte in der Bretagne dazu auf.
Über sie muss die Sage nach England gekommen sein und von dort in die ganze Welt.
Man vergleiche die Umstände:
Burgund: in der Endphase des Römischen Imperiums kämpfen gallo-römische Verbände gegen eindringende Germanen.
England: nach Abzug der Römer kämpfen keltische Truppen gegen eindringende Germanenstämme (Angeln, Sachsen und Jüten)
In Avallon gab es ein Buch zum Thema (leider nur auf französisch).
Gab es hier früher schon irgendwelche Menschen? Ab in die Höhle!
Grottes d‘Arcy (bei Arcy-sur-Cure)
Große Tropfsteinhöhle, inkl. Malereien von Steinzeitmenschen. (8 EUR p.P., fotografieren verboten)
- Großer Stalagtit: hängt von oben herab, Unterbau: wurde weggespült. Jetzt wird er nur noch von oben gehalten
- See, ca. 8m lang: besteht nur aus den Tropfen, die die Stalagtiten herab laufen/tropfen
(fotografieren verboten)
Tiere, Tiere, Tiere – Geräusche auf dem Zeltplatz:
- Krähenherde kreist abends (laut) über den Platz
- Hunde kläffen nachts (die ganze Nacht), entfernt, irgendwann hat man sie geortet, kläffen und jaulen (sich zu?), als ob sie sich zu einem Rudel zusammenschließen wollten ...
- Hähne: übernehmen die Frühschicht, lösen die Hunde ab
- Käuze: machen die ganze Nacht durch „uhuuuhuuuh“
- Das Geräusch von gerupftem Gras, verursacht von einer weißen Kuh (gleich neben dem Zeltplatz)
- Igel, raschelt durch die Büsche, man hört seine Schritte / ihn tapsen / und rascheln
Mehr Tiere gefällig?
Nachtfalter (im Auto, in der Dusche, ...)
Weinbergschnecken - kriechen ins Zelt.
Ab 21 Uhr schauen wir „Fledermaus-TV“: die Tierchen sind emsig am flattern, extrem wendig und lautlos; sausen über freie Rasenflächen und über unsere Köpfe.
On the road:
Hotel / Restaurant „Le Sauvage“ (zum Wilden). Wie es da wohl zugeht?
Bar / Brasserie „Le Speed ce cool“
Lux ist die Partnerstadt von „Wolken“ (DE) = Licht & Wolken?
Und immer diese Weinfelder ...
CRAVANT
Hier halfen die Schotten 1423 Frankreich zu verteidigen.
In der „Auld Alliance“ waren beide verbündet - gegen England. Und die Engländer waren daran, mit Hilfe ihrer Langbögen, die franz. Truppen zu besiegen (die Pfeile der Langbögen durchschlugen Ritterrüstungen), Frankreich zu erobern und sich einzuverleiben.
Und weiter geht‘s mit der Kirchen- und Kloster-Geschichts-Schnitzeljagd:
Gibt es mehr eigenartige Gebäude aus der Frühzeit der Romanik?
TOURNUS
St. Philibert ist einer der bedeutendsten frühromanischen Kirchen. (Wer durch den Ort fährt, kann sie nicht übersehen). Vorhalle (um 950) mit Resten der alten Bemalung. Hinter dem Altar: ein altes Mosaik. Darunter: Krypta, ebnfalls mit Resten einer Bemalung.
Zum 2. Mal in Europa (nach Cluny) gelangen hier Tonnengewölbe und Doppelturmfassade.
Wo gibt‘s den meisten Käse?
DIJON
In der Kirche St Benignin: große Krypta (57m lang), mit Rotunde, von der von oben Licht kommt (ungewöhnlich für Krypta). Skurile Kapitelle auf den Säulen, Mosaikboden um Grablege des Hl. Benignin.
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| seltsame Monster |
In der Innenstadt: Bourgogne-Fahnen über allen Gassen, viele Geschäfte. Leckere (?)Sachen zum Kauf: Käse, Gemüse, Innereien, Käse, Fisch, Käse, noch mehr Käse.
Zugegeben: die Frage nach „dem meisten Käse“ können wir nicht lösen. (null Punkte)
Markthalle: von Gustave Eiffel entworfen.
Die größte Krypta, die ihr je gesehen habt?
AUXERRE
neues Leben in alten Häusern. Nette, kleine Läden in den Gassen, schön zum flanieren.
Kathedrale: Reste der Bemalung blieben erhalten
Abbaye St Germain
In einem Strand-Liegestuhl im Kreuzgang warten wir auf unsere Führung durch die Krypta.
Kirche und Museum sind gratis, viele Stücke aus gallo-römischer Zeit.
Krypta: die größte, die ich je gesehen hatte.
Anfänge im 5. Jh., 4 Säulen aus gallo-römischer Zeit, mit karolingischen Kapitellen und Eichenplanken darauf. Darüber Gewölbetonnen aus dem 9. Jh. Enthält das Grab des Hl. Germain & seiner Brüder. Im 9. Jh. bunt ausgemalt, später mit gemalten Textstellen erweitert, in gotischer Zeit mit neuer Rotunde abgeschlossen (auch um die Kathedrale darüber tragen zu können).
Nur im Rahmen einer Führung zu sehen, fotografieren verboten.
Gibt‘s nix Anderes?
Fahrt nach PARAY-LE-MONIAL, bei Regen:
Die 2-spurige Landstraße (110 km/h) führt bergab, gibt einen Blick auf Montchanin frei: gelbe Lichter auf einem Mast signalisieren die Lage der ehem. Bergbaustadt.
Montceau-Les-Mines: Kohlekraftwerk & Arbeiterhäuser, der Ort zeugt von der industriellen Vergangenheit (Bergbau) Burgunds. Der Fußballverein (4. Liga) besiegte 2007 zwei Erst-Liga-Vereine.
Gibt es eine Sicherheitskopie von Cluny?
Paray-Le-Monial
ein weiterer Pilgerort auf dem Jakobsweg. Die romanische Basilika Sacre Coeur (ab 1090) ist außen im Originalzustand. Man hält sie für eine Kopie von -na?- Cluny. Deshalb beziehen sich die Rekonstruktionen von Cluny auf diesen Bau.
Für uns interessant: hier -und in Auxerre (St. Germain)- steht der Turm / die Turmfront vom Kirchenschiff entfernt (römische Traditon in Gallien?), während Türme bei uns fest zum gesamten Bau gehören.
Im Ort stehen noch viel mehr Kirchen und nette Plätze, doch im Dauerregen wirkt das 70er Jahre Pub sehr einladend. Wir trinken Kaffee bei netten Menschen.
Ausklang:
LORRAINE (Lothringen)
Auf der Autobahn ist dichter Verkehr. Lothringen hat Industrie, und man kommt von hier in die Nachbarländer.
Wo sind all die Monster hin? Und wo ist die Fledermaus?
METZ
Wir bleiben noch in unserer französischen Lieblingsstadt. Die Stadt ist überwiegend gelb - aus gelbem Sandstein gebaut, meist mit glatten Fassaden (in Frankreich baut man sonst viel aus Naturstein)
Leute laufen elegant herum, ab 20-21 Uhr strömen junge Leute mit Autos in die Stadt und stürzen sich ins Nachtleben.
Im „Namur“: einer Traditionskonditorei (seit 1863), mit vielen sehr schönen Sachen. Kaffee & kleine Mahlzeiten.Der Kaffee kommt mit einem selbstgebackenem Keks, der das „N“-Emblem des Ladens trägt.
Was gibt es noch?
Den "Marche Couvert" (Markthalle): in U-Form: schöne Sachen zum essen
Musée Cour d‘Or (4,60 EUR p.P.): Archäologische Sammlung, von gallorömisch bis zur Renaissance & Gemälde. Höhepunkt ist das „Bestiarium“, eine Sammlung mittelalterlicher Monster und Fabelwesen, auf Holzplanken einer alten Decke gemalt.
Comicladen (BD Hisler), gegenüber der Kathedrale: großer Comicladen, für Mangas, Abenteuer oder grafisch hochwertige Bände. Frankreich ist Comic-Nation Nr 1 (neben Japan), heißt hier aber „Bande Dessinee“ (in etwa: gezeichnete Streifen). Auch in diesen Bänden tummeln sich jede Menge Monster ...
Kathedrale St Etienne, ab 1220, ist Anziehungspunkt und Highlight. Genannt „Laterne Gottes“, da sie die größte Fläche an bunten Glasfenstern hat. Zum Bau blieb nur ein schmaler Platz vor einer Bodenschwelle, deshalb ist sie eher schmal für ihre Höhe (die dritthöchste gotische Kath.), was tolle Lichteffekte auf die Wände bringt. Eintritt frei.
Abends: eine Fledermaus kreist vor der Kathedrale (!), direkt über Parkplatz und Straße, mit Nachtleben-Verkehr. Wir haben sie gefunden! (100 Punkte)
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| Musee d'Or: so sieht es aus, wenn Andere im Sofa sitzen und rausschauen |
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| Merkur und sein Pferd bezwingen den Schlangenmann (römisch). (St. Georg der Drachentöter ist also ein Plagiat) |
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| Musee d'Or: mittelalterl. Monster im "Bestiarium" |
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| Musee d'Or: seltsame "Stadtansicht" von Metz aus dem 17. Jh. |
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| Hier flattert die Fledermaus herum! |
Wir haben alle Aufgaben zu unserer Zufriedenheit gelöst, viel gelernt und uns sehr wohl gefühlt.
In einem Riesen-Supermarkt bunkern wir schöne Sachen für den Winter (528 Punkte).
Auto: voll. Geldbeutel: leer. Dreckwäsche-Sack: voll. Rucksack: leer. Es ist Zeit heimzufahren.
Zusatzpunkte?
Unsere Weingläser haben die Tour unbeschadet überstanden (!).
1000 Punkte extra.
.......................
Für Selbermacher:
Frankreich ist Land der Autofahrer, Camper, und der Comics. Also keine Sorge.
Innerorts: 50 km/h
Landstraße: 90 km/h
Autobahn: 130 km/h. Viele Strecken sind gebührenpflichtig = Ticket ziehen, bei Ausfahrt bezahlen. Oder: einen Fixbetrag zahlen.
Als Barzahler: IMMER eine Spur ansteuern, auf die ein grüner Pfeil zeigt! (Meist in der Mitte). Dort mittlerweile überwiegend Automaten.
Zelten: Plätze gibt es überall. Keine andere Nation bemüht sich so sehr um Camper. Liegt auch daran, dass Franzosen gerne im eigenen Land zelten. Daraus folgen: moderate Preise. 2 Personen, Auto, Zelt = ca. 15 - 20 EUR / Nacht.
Nützliche Accessoires beim Zelten:
Gaskocher und Besteck etc., zum selberkochen
Spülwanne (mangels Stöpsel am Waschbecken)
Plane für unters Zelt. Gibt‘s bei den Outdoor-Ausstattern (wir nehmen alte Duschvorhänge)
Einkaufen: überall Riesen-Supermärkte mit großem Parkplatz, Toilette, Kaffee-Bar - und meist einer günstigen Tankstelle, die zum Konzern gehört (überwiegend nur noch per Kreditkarte an der Säule).
Hotels: viele Billig-Hotels, meist am Rand der Städte (DZ 30-50 EUR), dort auch franz. Familien-Restaurant-Ketten. Man kann gar nicht verloren gehen.
Sprachlich: kleine Basics lernen. V.a. auch, dass man kein französisch kann. Junge Leute schlagen einem gleich englisch vor - wer es kann sowieso. (viele Ältere können wirklich nichts Anderes als französisch ...).
Ich selbst kann auch nicht mehr, und bin noch immer durchgekommen.
(Allerdings kann die Frau halbwegs französisch, hehe).
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