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Sonntag, 8. März 2015

Making Of: "Chateau-Camping"

Auf einem Campingplatz tummeln sich ja die verschiedensten Leute. Manche arbeiten dort auch.
Wenn man genauer hinschaut, und das wollen wir tun, erkennt man Interaktionen unter den Protagonisten. Nach und nach wird das Bild klarer, dann ist der Aufenthalt auch schon vorbei.
Fünf Monate lang hatte ich daran gekritzelt, inkl. lektorieren und korrektieren von Ilse Bub von der Autorengruppe "Punktum", also eher lang.


Die Kapitel sind angenehm kurz, bringen immer neue Aspekte über die Protagonisten – und sollten sich in ihrer Form nicht wiederholen. Daran stockte die Arbeit des öfteren. Inspiration holte ich mir dann aus dem Buch „Mink River“, von Brian Doyle.

Auf die Idee brachte mich ein Aufenthalt auf dem Campingplatz Château d‘Eperviere, der auch das Cover ziert.
Als „Gast-Star“ konnte ich eine Weinbergschnecke gewinnen, die ihre Spur als „Marginale“ durch das Büchlein zieht.

"Schnitt" und "Kompositionm" der Kapitel habe ich ganz klassisch ausgetüftelt: mit der Schere den Text in seine Kapitel zerschnippeln, diese neu zusammensetzen, kritisch überdenken, neu arrangieren, neue Kapitel einschieben, im Skript ändern - und dieses Korekturlesen lassen.

Wenn sich das Büchlein locker leicht liest, zum Schmunzeln und Weiterdenken anregt und gute Unterhaltung bietet, dann - ja dann habe ich hart genug daran gearbeitet :-)

Zum Cover-Basteln habe ich einen Crashkurs über Grundlagen des Gestaltens und Anwendung von Grafikprogrammen belegt.
Nach ca. 10 Stunden analogem Schnippeln, Drucken und Verschieben stand der Prototyp-Entwurf. Beim Schliff hat mich das Grafikstudio meines Vertrauens unterstützt, vielen Dank St. Königshusen Grafikdesign!, was nochmals ca. 10 Stunden Arbeit war.

der Prototyp


Dafür kann ich jetzt einen 10 Jahre alten Klapprechner verwenden (ich sag nur: "nachhaltig erzeugte Literatur aus der Region") - und mit ihm bisherige Cover überarbeiten.

Jetzt muss der Spruch noch kommen:
Ja, es ist ein Buch mehr, das die Welt nicht braucht. Aber es ist schön zu lesen.


Es ist noch zu haben, und zwar hier:
http://www.amazon.de/Ch%C3%A2teau-Camping-Stefanie-K%C3%B6nigshausen-ebook/dp/B00UDFQIMG/ref=sr_1_1?s=digital-text&ie=UTF8&qid=1425798407&sr=1-1&keywords=chateau+camping


Samstag, 14. Februar 2015

Leseprobe aus "Cherry Kiss"

Leseprobe

„Gemütlichkeit in der Taverne, während draußen ein Sturm losbricht“

1
Das Licht der sinkenden Sonne taucht die Welt in rotgelbes Licht. Eine warme Sommerbrise raschelt durch die Blätter der Bäume, lässt Äste vor der großen Fensterfront hin und her tanzen. Schwalben fliegen emsig umher, die Sirene eines Rettungsfahrzeugs dringt aus der Ferne, durch die offenen Türen, ins Restaurant. Die meisten Gäste sitzen auf der Terrasse, genießen Gyros oder Souvlaki unter Sonnenschirmen.
    Alois sitzt drinnen und bekommt ein weiteres Bier serviert. Er sitzt oft an diesem Tisch, genießt die gemütliche Wohnzimmer-Atmosphäre aus gebeizten Holzmöbeln, bunten Kissen auf den Bänken, schwarzen Regalen mit Lichtern in den Fächern, die als Raumteiler dienen; und großen Leuchtern, die von der Decke hängen. Ihm gefällt die moderne Einrichtung, sie passt zu den großen Fensterfronten.
    Ägidius, der Kellner, kennt ihn schon lange, Alois verbringt mehrmals die Woche seine Abende hier, trinkt ein Bier nach dem anderen, gehört schon zum Inventar.
Alois kennt die Tätowierung auf dem Unterarm des Kellners, und seine Geschichte. Ägidius war in ein Mädchen verliebt gewesen, hatte sich ihren Namen tätowieren lassen. Nach der Trennung, die sehr schmerzhaft für ihn gewesen war, hatte sie sich in einen anderen jungen Mann verliebt, und diesen geheiratet. Es klang so, als seien Ägidius und er Erzrivalen gewesen. Ägidius hatte den Namen durchstreichen lassen, was zu einem hässlichen Fleck führte, den er für immer auf der Haut trägt. Vor vielen Jahren, zum Ladenschluss, trank er Wein mit Alois, erzählte ihm diese Geschichte.

Ägidius sieht nach den Gästen auf der Terrasse, Alois träumt vor sich hin.
Außer ihm sitzt nur ein Pärchen drinnen, am Ende des Raumes, an der Fensterfront. Sie reden nicht viel, scheinen sich auch ohne viele Worte zu verstehen. Immer wieder amüsieren sie sich leise, inspirieren sich gegenseitig, oder schauen aus dem Fenster. Sie sind schon lange zusammen, das ist für Alois offensichtlich. Am Anfang einer Beziehung legt man sich ins Zeug, will den Partner beeindrucken. Mit den Jahren entsteht tiefes Vertrauen, das nicht viele Worte braucht.

Die dunklen Wolken zeigen sich noch immer mit gelber Färbung, obwohl das Tageslicht weniger wird. Abermals hört man die Sirene eines Rettungsfahrzeugs näherkommen, passieren, in der Ferne verschwinden. Die Äste der Bäume wackeln heftiger. Außer ihm und dem Pärchen scheint es niemand zu bemerken. Ägidius ist mit Servieren beschäftigt, und die Gäste auf der Terrasse sehen nicht viel von der Wolkenfärbung, unter ihren Sonnenschirmen. Nach wie vor dringt lautes Gebrabbel und Lachen von draußen herein. Emsig tragen die Kellner Speisen und Getränke nach draußen, benutztes Geschirr zur Küche, erkundigen sich bei den Gästen, ob alles zur Zufriedenheit ist. Es dauert eine Weile, bis Alois sein nächstes Glas bekommt.
Das ist eine Serviette, die vor dem Fenster vorbeifliegt. Ägidius klappt die Sonnenschirme ein, die ersten Gäste glätten ihr vom Wind zersaustes Haar, ziehen ihre Jacken an, packen ihr Essen und gehen nach drinnen; andere wollen erst aufessen, oder genießen das letzte Licht des Tages.




2
Schon wieder fliegt eine Serviette herum, die Äste wackeln aufgeregt, eine dunkle Wolkendecke bedeckt den Himmel. Der Wind frischt auf, immer mehr Gäste verlassen die Terrasse. Als Regen einsetzt, ziehen auch die Hartgesottenen nach. Das Personal hilft beim Tragen, räumt ab, versorgt Gäste an neugefundenen Plätzen im Trockenen. Einige bezahlen, machen sich auf. Innerhalb kurzer Zeit bricht Starkregen los, viele überlegen es sich deshalb spontan anders, bleiben und bestellen ein Getränk. Man rückt zusammen, arrangiert und hilft sich, es wird gemütlich, Kerzenlicht bringt Behaglichkeit.
Nach und nach finden die Leute zu ihren Gesprächen zurück, füllen den Raum mit ihren Stimmen. Der Regen prasselt unaufhörlich und laut, spült immer wieder neue Gäste ins Lokal, auf der Suche nach einem trockenen Ort zum Aufwärmen. Vielen von ihnen genügt ein Barhocker am Tresen, ein Sessel dahinter oder ein Platz auf einem der beiden Sofas im Eingangsbereich. Zwangsläufig entstehen Gespräche; Menschen, die sich bis eben noch fremd waren, werden zu Bekannten.

Aus dem Regen kommt eine Frau ins Lokal, schüttelt ihren Schirm aus, bevor sie ihn einklappt, hängt ihre nasse Jacke in die Garderobe. Für Alois geht die Sonne auf. Zwar ist sie keine Schönheit, doch ihm gefällt sie. Ihr Alter, ihr Auftreten, all die Spuren alter Geschichten in ihrem Gesicht – diese Mischung spricht ihn an. Sie verlangsamt ihren Schritt, sieht sich um, hält auf den Tresen zu, setzt sich auf einen Barhocker und bestellt sich ein großes Bier. Im Vorbeigehen hatte sie Alois gemustert, aber den Tresen vorgezogen.
Unschlüssig spielt er mit einem Bierdeckel in seinen Fingern, weiß nicht recht was er tun soll. Er hat sie hier noch nie gesehen, obwohl er oft zu Gast ist. Der Sturm muss sie hereingeweht haben.
Er spürt einen Drang, dem er zuerst nachgehen muss. Mit wenigen Schlucken leert er sein Glas, folgt dem ausgeschilderten Weg zur Toilette. Als er die Sofas passiert, sieht er eine lustige Schar junger Leute, die sich angeregt unterhalten. Auch sie hat er nie zuvor gesehen. Ihm gefallen die gute Laune und die Geselligkeit. „Da muss erst ein Sturm kommen, damit es hier mal schön voll wird“, denkt er beim Händewaschen.
Frohen Mutes und mit heiterer Miene geht er in den Gastraum, hält auf den Tresen zu und nimmt neben der Fremden Platz. „Guten Abend. Darf ich ihnen ein Getränk spendieren?“
„Guten Abend.“ Sie wirkt gutgelaunt. „Ich nehme ein Mal das Gleiche.“
Er bestellt zwei große Bier, und schon sind sie ins Gespräch vertieft. „Warum sollen nur auf dem Sofa Menschen zusammenfinden?“, denkt er sich.
Denn auf einem der Sofas, das hat er im Vorbeigehen erfasst, bahnt sich die nächste Bekanntschaft an.
Sie ist blond, kurzhaarig, er brünett, mit langem Haar. Beide sind etwa Mitte zwanzig, und teilen ein gemeinsames Hobby. Immer wieder schielt Alois zu ihnen hinüber, teilt seine Beobachtungen mit seiner neuen Bekanntschaft.




3
„Für Pop ist es zu düster, und für Wave zu leicht“, erklärt er seine Musik.
„Kannst du so richtig spielen?“, will sie wissen.
„Ja, ich habe als Kind Klavierspielen gelernt. Mit dem Keyboard mache ich Flächen dazu, hänge lose kleine Melodien darüber, und Rhythmus macht das Ding auch. Ich kann die ganze Musik machen. Nur der Gesang fehlt mir. Singen wollen viele, und damit zum Popstar werden. Das ist nur leider nicht meine Musik – ich dachte eher an Heavenly Voices ...“
Sie ist begeistert. „Das höre ich auch gerne. Wir können ja mal zusammen proben. Ich war früher im Chor, und würde gerne wieder singen!“
Um die beiden herum haben sich neue Grüppchen und Gespräche gebildet. Es sind junge Leute, die beschließen sich öfter zu treffen, nachdem sie alle in der Nähe wohnen.

Alois freu sich über die Harmonie auf dem Sofa, teilt es seiner neuen Bekannten mit, fragt sie nach ihrem Namen. „Ludmilla“, stellt sie sich vor. „Ich heiße Ludmilla, und habe Durst.“ Er bestellt neues Bier, und freut sich, eine Freu kennengelernt zu haben, die den gleichen Zug drauf hat wie er.
Das Pärchen, das die ganze Zeit drinnen am Fenster verbracht hat, bezahlt und macht sich auf den Heimweg. Gedankenversunken summen beide vor sich hin, gehen an den Sofas vorbei, holen ihre Jacken aus der Garderobe und verlassen das Lokal.
Die gesummte Melodie bleibt bei den beiden Musikern hängen, die schon damit spielen. Im Zusammenspiel entwickeln sie die Tonfolge weiter, arbeiten erste Sequenzen aus, wollen am liebsten gleich spielen und singen.
„In der Garderobe steht ein altes Klavier“, weiß einer der Ortskundigen auf dem Sofa. Sofort nehmen sie es in Beschlag, er klimpert herum, sie summt sich warm. Zusammen erarbeiten und verfeinern sie die Melodie, er variiert ein wenig, sie singt dazu Vokale, einzelne Wörter.
Auf den Sofas wird es still, einer nach dem anderen schaut fasziniert zu den beiden hinüber, verlässt seinen Platz und gesellt sich zur Musik. Sie trauen sich lauter zu spielen und zu singen, verzaubern den ganzen Vorraum des Lokals mit ihrer Musik.
Ägidius sieht es sich ebenfalls an, geht auch gleich zum Tresen und stellt die Musikbeschallung ab. Insgeheim ist er froh die griechische Musik vom Band abstellen zu können. Außerhalb der Öffnungszeiten meidet er sie komplett. Vielleicht sind seine Gäste gar nicht so sehr an griechischem Flair interessiert? Nachdem er den Laden übernommen hatte, und viel an Kitsch entsorgte, kamen mehr Gäste, statt weniger.
Klaviermusik und Gesang der beiden breiten sich in den Gastraum hinein aus, bringen immer mehr Tischgespräche zum verstummen.




4
Ihr ätherischer Gesang bringt jeden, ohne Ausnahme, in Erstaunen. Immer wieder stehen Leute auf und nähern sich der Musik. Der Garderobenraum ist voll mit Zuhörern. Sogar von der Straße kommen Leute herein und sind fasziniert.
Alois und Ludmilla schauen gebannt zu den Musikern. Dazwischen sehen sie sich an, lächeln sich stumm zu.
„Ich glaube, so können wir‘s machen“, meint die Sängerin.
„Mit einem Dis im vierten Takt, statt dem D. Das gibt dem Thema mehr Tiefe.“
Das ganze Lokal applaudiert, immer wieder sprechen Gäste ihr Entzücken aus. Die Zwei hatten gar nicht gemerkt, dass sich Menschen um sie herum gruppieren.
„Wo kann man euch sehen?“, werden sie wiederholt gefragt. Sie haben sich erst kennengelernt, es gibt noch keine Band, keine Songs, gar nichts – nur die Idee.
    Nach und nach kehren die Gäste an ihre Plätze zurück. Keiner hat Augen für Alois und seine neue Bekannte am Tresen. Sie halten die Händchen, hatten begonnen sich von ihren Schicksalsschlägen zu erzählen, als die Musik sie sentimental machte. Gemeinsam wollen sie nun ihre Sucht überwinden, zumindest ihren Pegel senken, und zu einem neuen Leben finden – wenn es passt, auch gerne zusammen. Keiner der beiden hatte noch daran geglaubt, bis der heutige Abend sich anschickte, viele Dinge neu zu arrangieren. Durch die Kraft des Sturms, vielleicht auch nur dank der kühlen Luft die er brachte, fühlen sie sich wieder lebendig. Die Aussicht auf eine gemeinsame Zukunft, mit einem Menschen der einen versteht, schenkt beiden Hoffnung und neuen Lebensmut. Sie tauschen Telefonnummern, wollen sich wieder sehen. Alois staunt über sich selbst und den Wandel des Schicksals. Er hatte sich nach schlechten und verletzenden Erfahrungen mit seiner ersten Frau in sich selbst zurückgezogen und dem Alkohol zugesprochen. Das Glück hatte ihn verlassen, aber natürlich nicht die Welt. In den verschiedenen Gaststätten, am liebsten in dieser Taverne, konnte er Paare und Pärchen beobachten, freute sich an ihrem Glück – er war ein Romantiker geblieben. In Ägidius glaubte er einen Schicksalsgenossen gefunden zu haben. Die Geschichte seiner Tätowierung hatte ihm gefallen. Er wagte nicht, sich nach seinem aktuellen Status zu erkundigen. Und dann hatte der Sturm heute alle Bedenken fortgeblasen. All das Glück, das er seinen Mitmenschen gewünscht hatte, scheint nun zu ihm zu kommen.

Für die meisten Gäste ist ebenfalls vieles anders. Musik hat die Anonymität zwischen den Menschen überwunden und einige von ihnen neue Bekanntschaften schließen lassen. 
Einer nach dem anderen werden die Gäste das Lokal verlassen, sich auf den Rückweg machen. Sie werden in ihr bisheriges Leben zurückfinden, wohin auch sonst. Was bleibt, ist die Idee, dass es auch anders sein könnte. 




Den ganzen Band gibt es hier: 
http://www.amazon.de/Cherry-Kiss-Story-Cocktail-1-ebook/dp/B00LRK3N6A/ref=sr_1_1?s=digital-text&ie=UTF8&qid=1423918912&sr=1-1&keywords=cherry+kiss


Übrigens: 
habe ich mit meiner Frau in der Story einen kleinen CAMEO-Auftritt. ;-) 

Und: Teil 2 der Story-Cocktail-Reihe braucht "nur  noch" ein Cover, und ist für Frühjahr 2015 vorgesehen. 






Sonntag, 10. November 2013

Allererstes Gedicht "Die Woche"

"Die Woche" von 1985
Retro-Lyrik - oh mein Gott! 

Auf Wunsch einer einzelnen Leserin :-) poste ich mein allererstes Gedicht. Denn in meinen Kurzbios gebe ich stets an, im Alter von 11 Jahren mein erstes Gedicht geschrieben zu haben, das jedes Fach des Stundenplans augenzwinkernd beschreibt. 

Entstanden ist es in der Zeit vor den Sommerferien (7. Klasse), weil (nach Notenschluss) Zeit für solche Späße war. Auf meinen Vorschlag hin trug ich es vor der Klasse vor, und sorgte für Kurzweil und Heiterkeit (AUCH bei der Lehrerin).

Als Spaß muss man es auch auffassen. Heute (beim abtippen) bin ich erschrocken, wie schlecht Lehrer, Fächer und Schule an sich dabei wegkommen. Die Lust am fabulieren und texten war also schon damals erkennbar ...Ich sag nur: "Erst kommt die Gymnastik, die soll gut sein für die Elastik."

Ich war immer ein braver Schüler. 


Bild: Norderney, 2013. Hat mit mir nix zu tun, aber es zeigt eine Schule ...










Hier ein Bild vom Original: 












Und hier das Original: 

Die Woche

Montag


Fünf nach acht stürzt man herein,
Herr Dengler fragt: muss das denn sein?
Er zeigt uns die hohe Kunst der Mathematik,
aus dem Lösungsbuch auswendig gelernt, das ist der Trick.

Frau Merkert langweilt uns mit Noten,
und Komponisten, den längst toten.



In Geschichte lernen wir nur Krampf,
über Politik und manchen Kampf.
Rom, 900 km weg,
interessiert uns nur einen Dreck.

In Deutsch ist alles nur Latein,
darfs denn nicht was deutsches sein?
Prädikat, Verb und Nomen,
für die Schulaufgabe kein gutes Omen.

In der fünften Stunde
haben wir Erdkunde.
Der höchste Berg, der tiefste See,
und warum gibts im Winter Schnee.

Dann noch Englisch und dann aus,
schnell zum Bus und ab nach Haus.


Dienstag

Punkt acht Uhr ist man da.
Herr Dengler darf nicht schimpfen, hurra!
Er überzieht wieder einmal,
für uns ist das die reinste Qual.

In Bio lernen wir über Maus, Katze, Hund,
über den Menschen tut er uns auch was kund.
Sowas, sagt er, muss man wissen,
wenns ausfällt, wir würdens nicht vermissen.

Englisch und dann in die Pause.
Herr Fritzen macht im Unterricht keine Pause.
Christenverfolgung im alten Rom,
sowas gehört zur Religion.

Theorie bei Frau Grimm,
das ist für uns schlimm.
Kochen tun wir auch nicht gern,
lieber essen was von den Ländern fern.

Mittwoch

Erdkunde, Deutsch, Englisch, Mathe und Bio waren schon dran,
wer zugehört hat erinnert sich dran.


Donnerstag

Laufen müssen wir in Sport,
20 Minuten auf der Aschenbahn dort.
Aber erst kommt die Gymnastik,
die soll gut sein für die Elastik.

Wenn wir nach 10 Minuten keuchen,
wird Herr Koller uns aufscheuchen.
Laufen sollen wir, und nicht gehen,
das werden wir alle nie verstehen.

Ja das Schreiben auf der Maschine,
macht jeder mit böser Miene.
Dass Frau Eder uns nicht verschont,
ist klar, denn sie ist Maschinenschreiben schon gewohnt.

Dass wir nicht schreiben wollen,
was wir wirklich sollen,
wird Frau Eder nicht verstehen,
denn das wird sie nie einsehen.

Frau Berghoff frägt Vokabeln aus,
jedem Schüler es da graust.
Weiter frägt sie, immer weiter, immer wieder,
und aufrecht halten müssen wir unsere müden Glieder.

Weiter frägt sie, immer weiter,
und wird dabei noch ganz heiter.
Doch Frau Berghoff hat kein Erbarmen,
mit den Schülern, mit uns Armen.

Dann noch Mathe und dann aus.
Rauf aufs Radl und nach Haus!

Freitag

Und mit Werken geht‘s dann los,
ziemlich hart ist unser Los.
Beim Raspeln könnte man eindösen,
kann man das Problem nicht mit der Elektrosäge lösen?

In der Pause Cola saufen,
frisch gestärkt gleich einmal raufen.
Doch das sieht Herr Forster gar nicht gern,
wir sollen uns rauf ins Klassenzimmer scheren.

Schnell raufflitzen wie ein Hai,
denn wir haben Geschichte bei Frau Grashey.
Wir lernen über Rom und Karthago,
das vergessen wir bald wieder, sowieso.

Und dann in Deutsch wie immer,
wird es immer schlimmer.
Nicht Verb, Prädikat, Nomen, nein!
Attribute werden‘s diesmal sein!!

Und dann welch ein Glück,
schauen wir bei Herr Fritzen noch ein Stück,
vom Film über Noah und sein Boot als Haus,
und dann ist die Schulwoche aus.

Dann kommt die große Wende,
endlich naht das Wochenende,
jetzt kann ich machen was ich will,
mich erholen von dem Schuldrill.
Das Wochenende ist viel zu schnell vorbei,
am Montag beginnt wieder diese Plagerei. 





-alle Rechte beim Verfasser-


Samstag, 26. Oktober 2013

Finissage im Pförtnerhaus - Ende einer Ära

Ende einer Ära - Finissage im alten Pförtnerhäuschen
(25.10.2013, Höhenkirchen-Siegertsbrunn)

Nach 4 Jahren „Zwischennutzung“ geht eine Ära zu Ende. Knapp 20 m² (geschätzt) machten HöSi ¹ zu einem Laboratorium zeitgenössischer Kunst. 


vorher ...

Emilia Salgado (li.) und Mariella "Mariellage" (re.)

Der Rückblick brachte Erinnerungen an Kuriositäten, von denen, laut Galeristin Karina Hentschel, viele als Experiment begannen.
Der „Erste Streich“ 2009 war eine riesige Light-Show, als Kunst-Studenten/-Absolventen viele bunte Neonröhren installierten und HöSi erleuchteten. Da das Häuschen auf 3 Seiten verglast ist, man so die Tiefe des Raumes nutzen kann, ergeben sich tolle Effekte.

Gezielter genutzt wurde dieses Konzept diesen Sommer, als es leuchtende Fische in ein „Tiefsee-Aquarium“ verwandelten.

Unvergessen auch der Abend, als argentinische Künstler per Skype zugeschaltet wurden 

( http://wortlaterne.blogspot.de/2013/06/vernissage-gemischtes-doppel.html ). Wer glaubt, dass Literatur und Malerie / Fotographie getrennte Welten sind, ist nicht dabei gewesen! ;-)

Ans Herz gewachsen ist Jedem natürlich die Roof-Band, die zahlreiche Vernissagen mit Jazz und Swing begleitete. Wenn es sie nicht gäbe - man müsste sie erfinden! 



Legendary Roof-Band


Legendär auch die hier geborene Idee „Jazz & Literatur“ ( http://wortlaterne.blogspot.de/2012/07/jazz-und-literatur-abend-moderne-zeiten.html ), die dabei ist, ein Eigenleben zu entwickeln. 


volles Haus

Sehen lassen konnten sich natürlich auch die anwesenden Künstler:
Mariellage (gebürtige Argentinierin): Kuratorin und zuverlässige Ideengeberin
Ray Moore (gebürtig USA, wohnhaft München): Street-Art Künstler
Emilia Salgado: d-i-r-e-k-t aus Buenos Aires(!). Sie zeigte Stoffdruckbilder; und Fotografien aus der Reihe „Absencias“ (Abwesenheiten) - z.B. Reste eines Dachs, an der Mauer eines anderen Hauses - als Spur, dass dort ein Haus stand, jetzt aber abwesend (absent) ist.

Anbei: der Name der Roof-Band stammt von der früheren und mittlerweile abgerissenen Elektro-Bauteile-Fabrik (RUF), zu dem das Pförtnerhaus gehörte. 


Wie es weitergeht, ist ironischerweise noch gar nicht geklärt. Das Ensemble "Pförtnerhaus - RUF Verwaltungsgebäude - Alte Apotheke" soll eventuell neu gestaltet werden. Was das heißt weiß keiner, beschlossen ist noch nichts.

Auf dem ehem. Fabrikgelände stehen heute übrigens moderne (und teure) Wohneinheiten (und ein Supermarkt). Die Moderne ist somit in HöSi angekommen – droht aber auch, ihn zu einem verwechselbaren Ort zu machen.

Schwermütig schloss das Häuschen – doch alle Kunstbegeisterten waren fest entschlossen zu mehr! 


... nachher.


Von außen ist das „Best-of-ever“ noch bis 31.12.2013 zu sehen.











¹ HöSi = Höhenkirchen-Siegertsbrunn
(Es ist der längste Ortsname Deutschlands)



Links:
Galerie Kunstvoll:
http://www.kunstvoll-online.de/index.html

Roof-Band:
http://www.roofband.juergenfrank.org/ROOF_Band.html 





...

Samstag, 5. Oktober 2013

Lustige Ortsnamen

Lustige Ortsnamen

Das Schönste am Urlaub ist natürlich die Vorbereitung – mit dem Finger über die Landkarte fahren und Ortsnamen lesen. Manchmal muss ich dann einfach umblättern und weiterlesen... 


Und das kam dabei in den letzten Jahren heraus: 


Zwischen Hauzenberg und Tittling (Bayerischer Wald)
Glotzing, Spechting, Wüstenberg, Öd, Ratzing, Ranzing, Stampfing, München, Prag, Witzling, Lalling, Loosing.

Zwischen Schöfweg und Hengersberg (Bayerischer Wald)
Birnbaum, Kerschbaum, Urding, Ort, Ölberg, Dösing, Gruselsberg, Ebenöd.

Landkreis Dachau:
Triefing, Durchschlacht, Oberdummeltshausen, Senkenschlag, Überacker, Taxa, Sixtnitgern, Uebelmanna, Lukka, Häusern, Teufelsberg, Wollomoos, Xyger.

Chiemgau (Oberbayern):
Hasenreit, Bayern, Urschlau, Bierbach, Asselfingen, Maierklopfen, Witzling, Futteröd, Englschulding.

Spessart:
Aura im Sinngrund.

Rund um Nürnberg:
Ochsenschenkel, Almos, Großweinstein, Fremdling.

Baden-Würtemberg:
Katzenhirn, Hirnbach, Würfel, Bimmblings, Tussenhausen, Schnuttenbach.

Niedersachsen (um Einbeck):
Drüber, Salzderhelden, „Allerdreckwiesen“ bei Nordburg, Wendezelle.

Zwischen Gera und Zeitz
Wacholderbaum, Wüstenhain, Kakau, Kosma, Großmecka, Oberdrescha, Drogen, Lumpzig.

Zwischen Leipzig und Köthen
Pissen, Priester, Droysig, Eismannsdorf, Klepzig, Pouch, Pfützthal, Großbadegast, Schotterey, Krakau, Blösien West, Bäumchen, Wüsteneutzsch, Kauern, Zufriedenheit, Schulpforta, Kukulau, Siedlung, Penne, Oberkaka, Zöllschen, Zuckelhausen, Oebles-Schlechtewitz.

Zwischen Leipzig und Finsterwalde
Schwarzer Kater, Schlanzschwitz, Casabra, Kaxdorf, Oschätzchen, Kosilenzien, Verlorenort, Groß Väter, Regenmantel, Insel, Kotzen, Eigenthum, Bohnenland, Dorfstelle Knoblauch.

Magdeburg und Umgebung
Verlorenwasser, Gottesgnaden, Wüstenjerichow, Buschhäuser, Kuhlager, Alte Hölle, Neue Sorge.

Brandenburg
Eigene Scholle, Göttin, Lehnin, Theerofen, Knoblauch, Der Lötz,  Derwitz, Ohnewitz, Lucksfleiß, Hammerdamm, Rother Husar, Wassersuppe, Friesacker, Zootzen, Bahnhof Bohnenland.

Dresden und Umgebung
Ebenheit, Oberebenheit, Obervogelgesang, Neuer Anbau, Oberhäslich, Fünf Häuser, Zeichen, Rosinendörfchen, Im Grunde.

Erzgebirge
Venusberg, Spinnerei, Neue Heimat.

Norddeutschland, bei Weener: (Polder sind allerdings keine Orte, eher Landschaften)
Interessentenpolder, Landschaftspolder


England:
Hay-on-Wye, Hole-in-the-wall, Lower-Down, Six Ashes, Draycott in the Clay, Barton in the beans, Cross of the Hands, Six Mile Bottom, St Johns Highway, West Walton Highway, Garlic Street, Driver’s End, Jockey End, Heath and Reach, The Steel, Wallish Wall, OnceBrewed,
Hand and Pen, Spyway, Pity Me, Sunniside, Friday Street, Canada, Lover, Three Cups Corner, Dial Green, Dirt Pot, Toronto, Hebron, Marlborough.

Berge: Irish Law, Oh me edge, Hill of three stones


Diese Aufzählung erhebt natürlich keinen Anspruch auf irgendwas :-), lädt aber ein zum mitmachen! 
Was habt ihr entdeckt?
Welches sind eure Lieblinge?
Zu was inspiriert es euch?  

Hier unten ist Platz: 













Sonntag, 21. August 2011

Ode an das Alter



Nur noch 29 Jahre bis zur Rente! Ich freue mich schon.
Wobei Rente nur der Zustand ist, wenn man aus dem Arbeitsleben verabschiedet wird. Zahlungen wie heute wird es in 29 Jahren nicht mehr geben. Also ist mir auch die aktuelle Debatte egal. Ob ich mit 67 keine Rente mehr bekomme, oder mit 70, ist mir egal. Da ich keine Zusatzrentenversicherung abgeschlossen habe, komme ich zumindest an mein eigenes Geld noch ran.

Ich wohne in einem Wohnwagen, in Südspanien, in einer deutschen Rentnerkolonie. In der Früh stehe ich auf, wie heute, dusche und frühstücke. Doch danach muss ich nicht gleich in die Arbeit, sondern kann tun was mir gefällt.

Als Rentner fange ich auch endlich an, das zu tun, war ich schon immer tun wollte, aber nie die Zeit dazu fand. Viele fangen mit der Rente an, künstlerisch aktiv zu werden oder die Welt zu bereisen. Aber das tue ich jetzt schon.
Als Rentner laufe ich als Punk herum. Wenn ein alter Mann das macht, fliegen ihm die Sympathien entgegen. Wenn ich das jetzt mache, ernte ich nur Unverständnis.
Außerdem prügle ich mich endlich. Mit der einen Krücke klopfe ich beim Nachbarn an die Tür, fordere ihn zum täglichen Zweikampf, mit den Worten: „Krause, komm raus, wir schlagen uns!“
Denn Rentner sind senil und bekommen Altersstarrsinn, ihnen kann man einfach nicht böse sein. Für mich ist das der Freibrief.
Im Restaurant bestelle ich den Kinderteller, erkläre ausführlich, dass „Seniorenteller“ eine Diskriminierung darstellt und ich nicht alt bin, sondern lediglich von der Industrie ausgemustert.
Danach beobachte ich die Nachbarschaft, weise Falschparker zurecht und informiere die Polizei, wenn nötig.
Oder ich sitze beim Arzt im Wartezimmer. Dort bin ich 2x die Woche. Immerhin bin ich schon gebrechlich. Dort treffe ich Bekannte, zu einem netten Plausch. Und dann bin ich es endlich, der die Jungen schief anschaut, sich fragt was sie hier wollen, kreidebleich und fröstelnd, in unserer netten Runde. Hach, das wird eine schöne Zeit.

Wenn ich abends zuhause sitze und die Füße hochlege, werfe ich die Nebelmaschine an und höre lautstark Musik. Die Schwerhörigkeit ist nur vorgeschoben, in Wahrheit will ich den Rumms der Musik spüren - so wie früher. Denn früher war alles besser, vor allem die Musik. Die Jungen hören nur noch schmalzige Popmusik, keine düsteren oder aggressiven Töne mehr. Das reibe ich ihnen regelmäßig hin.

Warum sollte ich mich anders verhalten, als die heutigen Senioren? Schließlich sind es die schönsten Jahre des Lebens - und die will man sich nicht verderben lassen.


Bemerkung: diese Kolumne war mein Beitrag zum Thema "Das Alter", als "Hausaufgabe" für die Autorengruppe PunktUm und hat mir viel Spaß gemacht. Der Text wirkt vielleicht noch etwas roh, hat so aber eine besonderen Charme, wie ich finde.
Meinungen, Vorschläge oder Konter der künstlerischen Art sind immer willkommen.